Chandoo ("Tschandu", von Hindi "cand?u>") ist eine rauchbare Darreichungsform von Opium, die von den Briten industriell hergestellt und vermarktet wurde.[1]

Eigenschaften

Chandoo wurde als überlegen gegenüber regulärem Opium bezeichnet, als "gereinigtes" Opium, der Prozess selbst als eine "Reinigung". Das rohe Opium erfuhr bei der Produktion des Chandoo einen hohen, rund fünfzigprozentigen Gewichtsverlust und man hielt es für ein hochwertiges, sehr starkes Extrakt.[2]

Das "Handbuch des deutschen Drogistengewerbes" nannte das teure Chandoo hingegen 1900 "eingedickter wässriger Auszug des aus weißem Mohn gewonnen Opiums, es ist bedeutend schwächer als das türkische Opium."

Das Opium war jeweils nach dem "Impastieren" mit der dreifachen Menge pflanzlicher Fasern gewissermaßen "gestreckt" worden. Das erklärte auch, weshalb das ansonsten gut haltbare Opium in der neuen Form zu verderben im Stande war.

Chandoo hatte aber dennoch Vorteile, ließ sich - da lockerer - besser zum Rauchen verbrennen als gewöhnliches Opium, das unter Feuer eher schmilzt.

Herstellung

Wie von Paul Gide 1910 in "Das Opium" beschrieben, wurde zur Herstellung Opium "impastiert". Das heißt ausgewalzt, aufgerührt, zu Fladen geformt, mazeriert, dekantiert, filtriert, von restlichen Rückständen befreit, eingedampft, unter kalter Luftzufuhr gelockert, mit dem Aspergillus Niger fermentiert und pasteurisiert. Mindestens ein nennenswerter Schritt, das Strecken, wurde in dieser Aufzählung jedoch - entweder aus eigenem Unwissen oder wider besseres Wissen - unterschlagen (Siehe "Eigenschaften").

Einzelnachweise

  1.  Schmidt's Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin, Band 40. (Seite 143 in der Google Buchsuche).
  2.  Thomas Geschwinde: Rauschdrogen: Marktformen und Wirkungsweisen. 2007, ISBN 978-3540720447 (Seite 363 in der Google Buchsuche).