Brekzie auf der Spitze des Sigiswanger Horns
Vulkanische Brekzie
Forsmark-Brekzie (aus dem Geschiebe der Eckernförder Bucht) (Benannt nach dem Vorkommen im Anstehenden bei Forsmark (Provinz Uppsala län (ehemals Uppland)) in Schweden)
Brekzie mit unterschiedlich großen Trümmern
Sedimentäre Brekzien

Eine Brekzie oder Breccie (vom italienischen breccia: Geröll, der Begriff findet sich bereits mehrfach bei Goethe)[1] ist ein Gestein, das aus Gesteinstrümmern eckiger Form besteht, die in einer feinkörnigen Grundmasse liegen. Brekzien sind ähnlich aufgebaut wie die Konglomerate (z. B. Puddingstein), bei denen jedoch im Unterschied zur Brekzie abgerundete Gesteine in einem Bindemittel eingeschlossen sind. Die Korngröße übersteigt zwei Millimeter, Gesteine mit eckigen Körnern kleinerer Korngröße werden als Mikrobrekzie bezeichnet. Unterschieden werden Brekzien nach ihrer Entstehung, so etwa in sedimentäre, vulkanische, diagenetische und tektonische Brekzien. Bestehen die Bruchstücke aus nur einem Gesteinstyp, ist die Brekzie monomikt, sind es unterschiedliche, dann ist sie polymikt.

Sedimentäre Brekzien

Die Entstehung sedimentärer Brekzien erfolgt meistens in geringer Entfernung von jenem Ort, an welchem die Zertrümmerung des Ausgangsmaterials stattgefunden hat. Dies ist von der groben, kantigen Form der verbackenen Bruchstücke abzuleiten, da weite Transportwege (z. B. als Sedimenteintrag in Wasserläufen oder Gletschern) in der Regel zu einer Abrundung der Kanten führen. Anlass zur Entstehung einer Brekzie ist meistens eine Massenbewegung, wie zum Beispiel bei einem Bergsturz, einer Hangrutschung oder untermeerische Trümmermassen vor einem Riff.

Beim Einsacken oder Einsturz von Gesteinshohlräumen infolge Auslaugung und Subrosion entstehen aus dem nachgestürzten Material Einsturz-, Einbruchs- oder Auslaugungsbrekzien.

Da Fanglomerate, die besonders in Wüstengebieten bei Starkregen von Berghängen in die Ebenen gespült werden, oft noch eckige oder nur leicht gerundete Klasten beinhalten, werden sie gelegentlich auch als Schlammbrekzien bezeichnet.

Vulkanische Brekzien

Andere häufig vorkommende Prozesse, die eine Entstehung von Brekzien ermöglichen, sind Explosionsereignisse, wie etwa bei Vulkanausbrüchen. Hier bilden sich Eruptionsbrekzien, oder bei Ablagerung noch im Vulkanschlot so genannte Schlotbrekzien. Sind die groben Komponenten in Tuff eingebettet, spricht man auch von Tuffbrekzien. Die Oberfläche von zähflüssgen Lavaströmen löst sich, durch die Fließbewegungen und Autobrekziierung, oft in Blocklava auf.

Diagenetische Brekzien

Weniger häufig sind diagenetische Brekzien, die sich während des Prozesses der Gesteinsentstehung und -verfestigung bilden, die so genannten intraformationellen Brekzien. Diese entstehen durch das Zerbrechen von schon verfestigten Gesteinsschichten durch Erdbeben oder dadurch, dass eine schon verfestigte Gesteinsschicht – in vielen Fällen Kalkstein – durch hohen Porenwasserdruck infolge zunehmender Überlagerung mit neuem Sediment zerbricht. Beispiele für dieses Phänomen finden sich etwa in der Mittleren Trias der Nördlichen Kalkalpen.[2]

Tektonische Brekzien

Nicht selten sind Brekzien, die durch das Zerbrechen von Gestein aufgrund einer Störung entstehen (Reibungsbrekzie, Störungsbrekzie, Verwerfungsbrekzie, Gangbrekzie). Tektonische Brekzien weisen je nach Entstehungsbedingungen, vor allem Druck und Temperatur, unterschiedliche Gefüge auf, die bestimmte Brekziengesteine charakterisieren (Kakirit bzw. Bruchbrekzie, Kataklasit).

Impaktbrekzien

Das Vorkommen von Brekzien kann in manchen Fällen ein indirekter Nachweis für ein Impaktereignis sein, bei dem ein Meteorit die Gesteine zertrümmert und durch hohe Drücke verdichtet und zusammengebacken hat. In Deutschland kommen solche Impaktbrekzien zum Beispiel in Form der Bunten Brekzie in den Meteoritenkratern des Nördlinger Ries und im Steinheimer Becken vor.

Einzelnachweise

  1. Murawski, Hans: Geologisches Wörterbuch. Ferd. Emke Verlag Stuttgart, 11. Auflage 2004, 262 S., ISBN 978-3-827-41445-8
  2. Rüdiger Henrich: Middle Triassic carbonate margin development: Hochstaufen-Zwieselmassif, northern Calcareous Alps, Germany, Facies, Bd. 6, Nr. 1, S. 85–105, Springer Verlag, Berlin / Heidelberg 1982 (Online-Zusammenfassung)

Weblinks

 Commons: Brekzie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorlage:Commonscat/WikiData/Difference

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

17.01.2022
Quantenphysik | Teilchenphysik
Ladungsradien als Prüfstein neuester Kernmodelle
Ein internationales Forschungsprojekt hat die modernen Möglichkeiten der Erzeugung radioaktiver Isotope genutzt, um erstmals die Ladungsradien entlang einer Reihe kurzlebiger Nickelisotope zu bestimmen.
13.01.2022
Sonnensysteme | Planeten | Elektrodynamik
Sauerstoff-Ionen in Jupiters innersten Strahlungsgürteln
In den inneren Strahlungsgürteln des Jupiters finden Forscher hochenergetische Sauerstoff- und Schwefel-Ionen – und eine bisher unbekannte Ionenquelle.
12.01.2022
Schwarze Löcher | Relativitätstheorie
Die Suche nach einem kosmischen Gravitationswellenhintergrund
Ein internationales Team von Astronomen gibt die Ergebnisse einer umfassenden Suche nach einem niederfrequenten Gravitationswellenhintergrund bekannt.
11.01.2022
Exoplaneten
Ein rugbyballförmiger Exoplanet
Mithilfe des Weltraumteleskops CHEOPS konnte ein internationales Team von Forschenden zum ersten Mal die Verformung eines Exoplaneten nachweisen.
07.01.2022
Optik | Quantenoptik | Wellenlehre
Aufbruch in neue Frequenzbereiche
Ein internationales Team von Physikern hat eine Messmethode zur Beobachtung licht-induzierter Vorgänge in Festkörpern erweitert.
06.01.2022
Elektrodynamik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernfusion durch künstliche Blitze
Gepulste elektrische Felder, die zum Beispiel durch Blitzeinschläge verursacht werden, machen sich als Spannungsspitzen bemerkbar und stellen eine zerstörerische Gefahr für elektronische Bauteile dar.
05.01.2022
Elektrodynamik | Teilchenphysik
Materie/Antimaterie-Symmetrie und Antimaterie-Uhr auf einmal getestet
Die BASE-Kollaboration am CERN berichtet über den weltweit genauesten Vergleich zwischen Protonen und Antiprotonen: Die Verhältnisse von Ladung zu Masse von Antiprotonen und Protonen sind auf elf Stellen identisch.
04.01.2022
Milchstraße
Orions Feuerstelle: Ein neues Bild des Flammennebels
Auf diesem neuen Bild der Europäischen Südsternwarte (ESO) bietet der Orion ein spektakuläres Feuerwerk zur Einstimmung auf die Festtage und das neue Jahr.
03.01.2022
Sterne | Elektrodynamik | Plasmaphysik
Die Sonne ins Labor holen
Warum die Sonnenkorona Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius erreicht, ist eines der großen Rätsel der Sonnenphysik.
30.12.2021
Sonnensysteme | Planeten
Rekonstruktion kosmischer Geschichte kann Eigenschaften von Merkur, Venus, Erde und Mars erklären
Astronomen ist es gelungen, die Eigenschaften der inneren Planeten unseres Sonnensystems aus unserer kosmischen Geschichte heraus zu erklären: durch Ringe in der Scheibe aus Gas und Staub, in der die Planeten entstanden sind.