Baustoffprüfer

Erweiterte Suche

Baustoffprüfer ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG).

Ausbildungsdauer und Struktur

Die Ausbildung zum Baustoffprüfer dauert regulär drei Jahre. Eine Verkürzung der Lehrzeit um sechs Monate ist bei entsprechender Qualifikation möglich. Es gibt im Berufsbild des Baustoffprüfers drei Fachrichtungen, die sich wie folgt gliedern:

Eine Ausbildung in allen drei Fachrichtungen gleichzeitig ist derzeit noch möglich. Zwischen- und Abschlussprüfungen werden durch die jeweils zuständigen Industrie- und Handelskammern abgenommen.

Arbeitsgebiet

Baustoffprüfer arbeiten in Laboren, auf Baustellen und im Rahmen der Bauvorbereitung oder Begutachtung von Böden auch im Gelände.

Baustoffprüfer kontrollieren und prüfen die Qualität von Baustoffen (Zement, Mörtel, Beton, Asphalt u.v.a.), Roh- und Hilfsstoffen, Zwischenprodukten (zum Beispiel Wasser, Kohle, Gips, Flugasche, Hochofenschlacke u.v.a) und die Eignung von Böden zur Verwendung als Baustoff und Baugrund im Hoch- oder Tiefbau.

Im Bereich Asphalttechnik prüfen sie beispielsweise den Gehalt und die Qualität von bituminösen Bindemitteln, Zuschlaggemischen und die Eignung von Asphalten im Straßenbau. Außerdem werden Ermüdungs- und Verformungsorientierte Prüfungen durchgeführt. Beispielsweise Triaxial-, Spurbildungs-, Stempeleindring-, Kälte-, Ermüdungs- sowie Biege- und Dynamische Stempeleindringversuche. Des Weiteren werden auch Gesteins- und diverse Bindemittelprüfungen durchgeführt.

Im Bereich Mörtel- und Betontechnik werden unter anderem Prüfungen an hydraulischen (hauptsächlich Zement), latent hydraulischen und nicht hydraulischen Bindemitteln, Gesteinskörnungen (früher „Zuschlag“), Festigkeitsprüfungen an Probekörpern, Biegezugfestigkeiten sowie Zugfestigkeiten an Betonstahl und Spannstahl durchgeführt.

Im Bereich Geotechnik werden geotechnische Untersuchungen auf vielfältigste Art, in enger Zusammenarbeit mit Geologen, durchgeführt. Dazu gehören beispielsweise Sondierbohrungen mit Bodenansprachen, Plattendruckversuche zur Prüfung der Tragfähigkeit, axiale Scherversuche, Korngrößenverteilungen, Konsistenzbestimmungen und Probeverdichtungen.

Die Untersuchungen werden vom Baustoffprüfer im Rahmen der geltenden Vorschriften (DIN-EN-ISO-Normen, TP, TL) im Labor oder auch, wenn erforderlich, vor Ort durchgeführt. Die geprüften Baustoffe werden vom Baustoffprüfer anhand seiner Messergebnisse beurteilt.

Baustoffprüfer finden Beschäftigung in Beton- und Asphaltmischwerken, Erdbaulaboren, Straßenbaubehörden, außerdem in Materialprüfanstalten und Universitäten/Fachhochschulen bzw. deren Instituten (zum Beispiel für Baustoffkunde, in der studentischen Ausbildung sowie in der Forschung), wo sie als technische Angestellte geführt werden.

Berufsschule

In Deutschland gibt es fünf Berufsschulen:

  • Beckum
  • Berlin
  • Braunschweig
  • Selb
  • Hamburg

Weblinks

Commons Baustoffprüfer im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit