Bauschingereffekt

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Bauschingereffekt.

Der Bauschingereffekt (benannt nach Johann Bauschinger) ist die richtungsbestimmte Änderung der Elastizitätsgrenze eines (polykristallinen) Metalls oder Legierung nach einer primären plastischen Verformung. Verformt man ein Metall zuerst in eine Richtung, so dass es plastisch verformt wird und verformt es anschließend in die entgegengesetzte Richtung, so ist die Elastizitätsgrenze in die entgegengesetzte Richtung niedriger. Grund dafür sind Summation und gegenseitige Blockierungen von Versetzungen (Fehler bzw. Störstellen) im Werkstoff.

Der Bauschingereffekt entspricht einem elastisch-plastischen Modell eines parallelgeschalteten Elements aus Feder und Reibungselement, sowie einer weiteren Feder, die dazu in Reihe geschaltet ist.

Siehe auch: Verzerrungs-Spannungs-Beziehungen

Literatur

  • Johann Bauschinger: Über die Veränderung der Elastizitätsgrenze und die Festigkeit des Eisens und Stahls durch Strecken und Quetschen, durch Erwärmen und Abkühlen und durch oftmals wiederholte Beanspruchungen, Mitth. Vol. 13 (1886);
  • Hubert Hoff: Beobachtungen über den Bauschinger-Effekt an weichen und mittelharten Stählen; Düsseldorf : Verlag Stahleisen, 1958
  • Manfred Dietz: Beitrag zum Wesen und zu den Ursachen des Bauschinger-Effekts; Zwickau : Diss. A, Ingenieurhochschule Zwickau, 1977 (Teil 1: 175 Bl., Teil 2: 41 Bl.). (Link zum Datensatz bei der DNB)