Abklatsch (Hygiene)

Erweiterte Suche

Der Abklatsch ist eine Technik zur Bestimmung der Verunreinigung von Gegenständen und Personen, im Bereich der Lebensmittel produzierenden Industrie und der pharmazeutischen Industrie im Rahmen der „Guten Herstellungspraxis“ (Good Manufacturing Practice). Beim Abklatsch werden Plastikbehälter mit Fertignährböden an Gegenstände oder Personen gedrückt, um die dort befindlichen Mikroorganismen zu übertragen. Danach wird der Behälter verschlossen und in einem Brutschrank bebrütet.

Abklatschplatten

Abklatschplatten sind meist flache Kunststoffschalen, die mit einem sterilen Nährmedium (z.B. Entero-Agar, Malzextrakt-Agar) gefüllt sind. Auf der Unterseite der Schale befindet sich in der Regel ein Gitternetz, welches die abschließende Auszählung erleichtert. An den Seitenflächen der Schale wölbt sich der Nährboden nach oben, um den Abklatsch an sich zu erleichtern.

Durchführung

Beim Abklatsch wird der Nährboden auf die zu testende Oberfläche gedrückt. Die verschlossene Schale kommt in den Brutschrank, wo sich die anhaftenden Mikroorganismen in kurzer Zeit zu zählbaren „Kolonien“ vermehren, die mit dem bloßen Auge erkennbar sind. Welche und wie viele Mikroorganismen sich auf einer Platte entwickeln können, hängt von der Zusammensetzung des Nährbodens ab. Ebenfalls ein Kriterium ist die getestete Oberfläche und das Lebensmittel, welches ggf. produziert wird.

Aussagekraft

Die Ergebnisse eines Abklatschtests dienen in erster Linie der Orientierung. Unter Berücksichtigung des Nährstoffmediums sowie der Bebrütungstemperatur und –dauer erhält man eine Aussage über das quantitative Vorkommen von Mikroorganismen und deren Vermehrung unter Luftsauerstoff. Nach dem Erscheinungsbild der Kolonien lassen sich noch watteartige Schimmelpilze von Hefen und Bakterien unterscheiden. Ein weitergehende Differenzierung ist dagegen nicht bzw. nur unter Heranziehung weiterer Methoden möglich.