Tarantula Cubensis

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Bei Tarantula Cubensis handelt es sich um die „kubanische Tarantel“ (der Vogelspinne Citharacanthus spinicrus, Syn. Eurypelma spinicrus). Ihr Gift wird selten zur Krebstherapie bei Kleintieren eingesetzt, der Nutzen ist aber wissenschaftlich nicht bewiesen.

Zu unterscheiden sind hier die homöopathische und die allopathische Verwendung des Giftes als Medikament. In beiden Versionen wird das Gift der Tarantel-Spinne in Mischungen aus Alkohol (Ethanol) und/oder gereinigtem Wasser eingesetzt. Entscheidender Unterschied ist hier die Konzentration des Giftes. In der Homöopathie wird Tarantula cubensis nicht in der Krebstherapie sondern bei septischen Prozessen, in denen Schwarzblaufärbung eine Rolle spielt, eingesetzt.

Tumorbekämpfung mit Tarantula

Mit beiden Versionen, der homöopathischen und der nicht-homöopathischen des Tarantelgift-Medikaments versucht man in der Tierheilkunde das Tumorwachstum zu beeinflussen. Dabei soll der Körper durch die Giftstoffe angeregt, das Tumorgewebe langsam abkapseln. Der Tumor wird dann immer weniger mit Nährstoffen durch die Blutbahn versorgt und das Wachstum kann deutlich verlangsamt oder gestoppt werden. In seltenen Fällen ist auch ein Rückgang und in ganz seltenen Fällen eine komplette Heilung vom Krebsleiden zu beobachten.

Wichtig zu wissen für eine Behandlung ist, dass grundsätzlich nicht jede Tumorart auf das Tarantula anspricht. Eine genaue Analyse kann nur durch Entnahme einer Tumorprobe im Labor erfolgen. Aus Kosten- und Zeitgründen verzichtet man meistens darauf und beobachtet alternativ dazu den Therapieverlauf genaustens, um im Erfolgsfalle die Therapie fortzuführen oder sie bei Nichtanschlagen einzustellen.

Theranekron®

Theranekron® ist ein Medikament aus der Veterinärmedizin, das aus dem Gift der Tarantel-Spinne hergestellt wird. Hierbei handelt es sich um ein nicht-homöopathisches Präparat, bei dem Tarantula Cubensis und Ethanol im Verhältnis 1:100 gemischt sind. Es wird daher auch teilweise die Verdünnungsbezeichnung D2 verwendet, welche auf die 10er Potenz des Verdünnungsgrades hinweist; 10² = 100. Das Medikament ist zur Injektion direkt in das Tumorgewebe gedacht. Seit 2003 ist Theranekron® nicht mehr auf dem deutschen Markt erhältlich, da eine Bioverfügbarkeit hätte nachgewiesen werden müssen. Hergestellt wird das Präparat in Österreich bei der Firma Richter Pharma AG. Erhältlich ist es derzeit in mehreren östlichen Staaten wie der Slowakei oder Russland. Als Nebenwirkungen einer Therapie mit diesem Medikament war meistens nur eine leicht erhöhte Körpertemperatur des Tieres zu beobachten. In Deutschland ist der Wirkstoff Tarantula cubensis als zugelassenes Tierarzneimittel unter dem Produktnamen "Tarantula cubensis D6" von Firma ZIEGLER GmbH (www.ziegler-tierarznei.de) im Handel verfügbar.

Homöopathisches Tarantula

Tarantula Cubensis wird z. B. von der Deutschen Homöopathie-Union (DHU) als homöopathisches Medikament angeboten. Hierbei liegt das geringst beziehbare Verdünnungsverhältnis bei D4. Das bedeutet, das Gift liegt hier im Verhältnis $ 1:10000=10^{4} $ gemischt mit Ethanol vor. Ein Vergleich mit Theranekron® zeigt, dass für den Giftanteil in einem Tropfen Theranekron® ungefähr 100 Tropfen des Tarantula Cub. D4 benötigt würden. Darüber hinaus ist das Tarantula Cub. D4 auch nur als orale Lösung erhältlich, also nicht zur Injektion direkt in das Tumorgewebe. Als homöopathische Injektionslösung werden Verdünnungen ab D8 angeboten (ein Verdünnungsverhältnis $ 1:100000000=10^{8} $).

Nebenwirkungen wurden bei der Gabe der homöopathischen Verdünnungen bisher nicht beobachtet. Eine Wirksamkeit wurde jedoch bisher klinisch nicht nachgewiesen. Gerade deshalb ist die Therapie mit Tarantula Cubensis heute unter Veterinärmedizinern sehr umstritten.