Streptokinase

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Streptokinase C

Streptokinase C

Streptokinase C (gelb) und D (grün) mit Plasmin (blau) nach PDB 1BML
Vorhandene Strukturdaten: 1bml, 1l4d, 1l4z, 1qqr
Masse/Länge Primärstruktur 414 Aminosäuren
Bezeichner
Gen-Name(n) SKC
Externe IDs UniProtP00779 CAS-Nummer: 9002-01-1
Arzneistoffangaben
ATC-Code B01AD01
B06AA55
DrugBank DB00086
Verschreibungspflicht Ja
Vorkommen
Homologie-Familie Streptokinase
Übergeordnetes Taxon Streptokokken
Orthologe
Streptococcus dysgalactiae ssp. equisimilis


UniProt P00779 n/a
Refseq (mRNA) S46536 n/a
Refseq (Protein) AAC60418 n/a


Die Streptokinase ist ein extrazelluläres Protein, das von β-hämolysierenden Streptokokken in das Nährmedium ausgeschieden wird. Streptokinase ist essentiell für die Hämolyse durch Streptokokken, hat aber für sich allein keine enzymatische Aktivität. Diese wird erst durch Bildung eines Aktivator-Komplexes mit Plasminogen erreicht, welcher die Umwandlung von Plasminogen zu Plasmin katalysiert. Plasmin wiederum ist ebenfalls ein Enzym und löst Blutgerinnsel auf. Diese Eigenschaft wird in der Medizin ausgenutzt.[1]

Herstellung

Nach der Abzentrifugation der Bakterien kann man die Streptokinase aus dem verbrauchten Medium aufreinigen. Wegen dieser einfachen Reinigungsmethode lässt sich Streptokinase kostengünstig gewinnen. Während der ersten Reinigungsschritte der Streptokinase wird auch die Streptodornase ausgefällt. Die Mischung beider Enzyme wird unter dem Namen Varidase vermarktet.

Verwendung

  • Streptokinase wird u. a. zur Reinigung von blutverschmutztem chirurgischem Material (z.B. Katheter und Endoskope), aber auch zur Wundbehandlung (Abbau von Schorf) eingesetzt.
  • Streptokinase wird beim akuten Herzinfarkt eingesetzt. Dabei wird Streptokinase in sehr hoher Dosierung injiziert. Unterstützend wird Plasminogen durch Infusion zugeführt (Streptokinase + Plasminogen = Anistreplase). Innerhalb von wenigen Minuten löst sich der Blutpfropfen im Herzen auf. Wegen der antigenen Eigenschaft der Streptokinase erfolgt eine Weitertherapie mit Urokinase humanen Ursprungs.
  • Streptokinase wird auch bei schweren Thrombosen eingesetzt.

Eine Folgetherapie mit Streptokinase, auch in niedrigerer Dosierung, ist nicht möglich: Streptokinase ist kein Eiweiß humanen Ursprungs, d.h. Streptokinase stellt ein Antigen dar, und der Körper bildet gegen Streptokinase gerichtete Antikörper. Sollte dann wieder Streptokinase verabreicht werden, kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen. Ebenso kann eine Anwendung von Streptokinase nach einer Streptokokken-Infektion gefährlich sein.

Handelsnamen

Monopräparate

Streptase (D, CH)

Kombinationspräparate

Varidase (D, A) [2][3][4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. J. D. McArthur et al.: Allelic variants of streptokinase from Streptococcus pyogenes display functional differences in plasminogen activation. FASEB J. 22/9/2008 S. 3146-53. PMID 18511548
  2. Rote Liste Online, Stand: September 2009
  3. AM-Komp. d. Schweiz, Stand: September 2009
  4. AGES-PharmMed, Stand: September 2009
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