Rudolf Leuckart (Chemiker)

Erweiterte Suche

Carl Louis Rudolf Alexander Leuckart (* 23. Juni 1854 in Gießen; † 24. Juli 1889 in Leipzig) war ein deutscher Chemiker.

Leben

Rudolf Leuckart wurde 1854 als Sohn des angesehenen Zoologen Rudolf Leuckart in Gießen geboren. Er besuchte zunächst das Großherzogliche Gymnasium zu Gießen und von 1869 bis 1873 die Thomasschule zu Leipzig. Danach leistete er seinen Wehrdienst im Königlich Sächsischen 8. Infanterie-Regiment „Prinz Johann Georg“ Nr. 107 ab. Als Reserveoffizier erreichte er den Dienstgrad eines Premierlieutenants.

Anschließend studierte er Chemie, Physik und Mineralogie bei Robert Wilhelm Bunsen und Gustav Robert Kirchhoff in Heidelberg und bei Hermann Kolbe in Leipzig, wo er 1879 zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach weiteren Studien ab 1880 bei Adolf von Baeyer in München habilitierte er sich 1883 an der Universität Göttingen, wo er als Assistent und Privatdozent mit Hans Hübner und Victor Meyer zusammen wirkte. Später wurde er außerordentlicher Professor.

Nach einem Unglücksfall starb er 1889 in Leipzig.

Wissenschaft

Die Leuckart-Wallach-Reaktion geht auf ihn (1885) und den nachmaligen Nobelpreisträger Otto Wallach (1892) zurück. Sie beschreibt die reduktive Aminierung von Ketonen und Aldehyden mit Methansäure. Darüber hinaus forschte er zu anderen Verbindungen wie den isomeren Monobromzimmtsäuren und der (an-)symmetrischen Dimethylbernsteinsäure.

Schriften (Auswahl)

  • Ueber Aethylharnstoff und einige seiner Derivate. In: Journal für Praktische Chemie 21 (1880), 1–38. doi:10.1002/prac.18800210101
  • Ueber das Verhalten der beiden isomeren Monobromzimmtsäuren gegen concentrirte Schwefelsäure. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 15 (1882), 16–21. doi:10.1002/cber.18820150106
  • Ueber eine neue Bildungsweise von Tribenzylamin. In: Berichte der deutschen chemischen Gesellschaft 18 (1885) 2, 2341–2344. doi:10.1002/cber.188501802113

Literatur

  • Rudolf Leuckart. In: Chemische Berichte 22 (1889) 3, 855 ff.

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

25.11.2021
Sonnensysteme | Exoplaneten
Wenig Kollisionsgefahr im Planetensystem TRAPPIST-1
Sieben erdgrosse Planeten umkreisen den Stern TRAPPIST-1 in nahezu perfekter Harmonie.
23.11.2021
Optik
„Maßgeschneidertes“ Licht
Ein Forscherteam entwickelt erstmals ein Lichtfeld, welches die Struktur des vierdimensionalen Raums widerspiegelt.
15.11.2021
Schwarze Löcher
Woher kommt das Gold?
Wie werden chemische Elemente in unserem Universum produziert?
08.11.2021
Teilchenphysik
Neue Einblicke in die Struktur des Neutrons
Sämtliche bekannte Atomkerne und damit fast die gesamte sichtbare Materie bestehen aus Protonen und Neutronen – und doch sind viele Eigenschaften dieser allgegenwärtigen Bausteine der Natur noch nicht verstanden.
08.11.2021
Physikdidaktik | Strömungsmechanik
Warum Teekannen immer tropfen
Strömungsmechanische Analysen der TU Wien beantworten eine alte Frage: Wie kommt es zum sogenannten „Teapot-Effekt“?
05.11.2021
Teilchenphysik | Thermodynamik
Elektronen-Familie erzeugt bisher unbekannten Aggregatzustand
Ein internationales Forschungsteam des Exzellenzclusters ct.
04.11.2021
Galaxien | Schwarze Löcher
Jet der Riesengalaxie M87
In verschiedenen Wellenlängen lässt sich ein gigantischer Teilchenstrahl beobachten, der von der Riesengalaxie M87 ausgestoßen wird.
04.11.2021
Galaxien
Am weitesten entfernter Nachweis von Fluor in sternbildender Galaxie
Eine neue Entdeckung gibt Aufschluss darüber, wie Fluor – ein Element, das in unseren Knochen und Zähnen als Fluorid vorkommt – im Universum entsteht.
02.11.2021
Monde | Kometen und Asteroiden
Planetologen erforschen schweres Bombardement des Mondes vor 3,9 Milliarden Jahren
Der Mond war vor 3,9 Milliarden Jahren einem schweren Bombardement mit Asteroiden ausgesetzt.
29.11.2021
Optik | Quantenoptik
Nur durch Billiardstel Sekunden getrennt
Ultrakurze Lichtblitze dauern weniger als eine Billiardstel Sekunde und haben eine wachsende technologische Bedeutung.