Rudolf Liebe

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Rudolf Liebe († 1978) war ein deutscher Zahncremehersteller.

Leben

Rudolf Liebe übernahm 1919 in Tetschen von seinem Vater Willibald Liebe eine kleine pharmazeutische Firma. Seit der Gründung der Tschechoslowakei im Jahre 1918 war Děčín bis 1938 tschechisch und wurde es wieder mit Ende des Zweiten Weltkriegs. Liebe promovierte 1921 an der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau als Chemiker. Der Betrieb in Tetschen war 1895 als Zweigbetrieb einer vom Apotheker Johannes Paul Liebe 1866 in Dresden gegründeten Firma für diätetische und pharmazeutische Präparate eingerichtet worden und wurde 1905 selbständig. Liebe führte die Firma, in der u.a. Hustensäfte produziert wurden, bis 1948, als er aufgrund der Beneš-Dekrete enteignet und vertrieben wurde. Liebe gründete in Stuttgart-Möhringen 1948 eine Firma, mit der er 1952 das Zahncremekonzentrat Ajona Stomaticum herausbrachte. Das Unternehmen übersiedelte 1962 in das benachbarte Leinfelden-Echterdingen. Nach dem Tod Liebes 1978 wurde es von seiner Witwe geführt und wird unter dem Firmennamen Dr. Rudolf Liebe Nachfolger GmbH & Co. KG seit 2004 von einem nicht der Familie zugehörigen Geschäftsführer geleitet. Das Unternehmen hatte im Jahr 2011 25 Mitarbeiter und erzielte mit ihnen einen Umsatz von 10 Millionen Euro.[1] Das Hauptprodukt Ajona wird in einer täglichen Stückzahl von 70.000 produziert und in der seit Beginn markant-roten 25-ml-Tube vermarktet.

1987 führte ein Testbericht der TV-Sendung Monitor zu anhaltender Irritation bei den Käufern. Dabei wurde auf die zahnschädigende Wirkung des in Ajona enthaltenen Natriumlaurylsulfats verwiesen.[2] Auch die Zeitschrift Öko-Test war 2005 mit der Ajona-Mixtur unzufrieden wegen des enthaltenen Natriumlaurylsultats sowie eines fehlenden Fluoridzusatzes.[3] Die Firma verweist darauf, dass der Emulgator in Zahncremes üblich sei und dass Ajona als Zahncremekonzentrat nur in kleinen Mengen dosiert werde.[1] Zur gleichen Bewertung kommt auch die Stiftung Warentest. Natriumlaurylsulfat sorge außerdem für eine gleichmäßige Verteilung der Zahnpasta im Mund.[4]

Schriften

  • Uber die Haemophilie und über ihre Beziehungen zur Zahnkeilkunde, Weis, Leipzig, 1923. Diss. Breslau, 1921
  • Über Farbstoffe aus Methylenbasen der Chinolinreihe, 1925, Dissertation: Dresden, Techn. Hochschule 1925

Literatur

  • Martin Wessbecher: Klinische Studie über den Einfluss der Zahncreme Ajona_1hn® [Ajona] auf die marginale Gingiva, Freiburg (Breisgau), Univ., Diss., 1982

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Felix Zimmermann: Ein Klecks Genügsamkeit, in: taz, 22. Oktober 2011, S. 29
  2. DER SPIEGEL 38/1987 zu Ajona
  3. Ajona Stomaticum ÖKO-TEST Februar 2006
  4. Natriumlaurylsulfat - Schädlich für die Zähne? Stiftung Warentest November 2000