Pierre Grabar

Erweiterte Suche

Pierre Grabar (* 1898 in Kiew; † 1986) war ein aus Russland stammender französischer Biochemiker und Immunologe.

Grabar ging während des Russischen Bürgerkriegs nach der Oktoberrevolution mit seinem Bruder André Grabar (der ein bekannter Byzantinist wurde) nach Frankreich. Er machte 1924 einen Abschluss als Chemieingenieur und arbeitete kurz in der Industrie, bevor er an die Universität Straßburg in die Medizin-Forschung ging und dort 1930 über die Nierenfunktion promoviert wurde. 1938 wurde er Laborchef beim Institut Pasteur und war dort 1946 bis 1960 Chef de Service de Chimie microbienne). 1942 folgte eine weitere Dissertation an der Sorbonne (Ultrafiltration und ihre Anwendungen). Am Pasteur-Institut war er Haupt einer international bekannten Schule für Immunchemie (der er sich ab 1937 zuwandte) und Immunologie. 1960 bis 1968 war er Direktor des Krebsforschungsinstituts des CNRS in Villejuif. Danach forschte er weiter am Pasteur Institut.

1953 erfand er mit dem US-Amerikaner Curtis Williams, der bei ihm arbeitete, die Immunelektrophorese, einer Kombination von Elektrophorese und immunologischen Methoden.

1944 erhielt er den Prix Janssen, 1963 einen Gairdner Foundation International Award und 1968 den Prix Jaffé. 1958 erhielt er den Emil-von-Behring-Preis und 1977 die Robert-Koch-Medaille. Er war Offizier der Ehrenlegion.

Literatur

  • Nachruf von H. Cleve, Naturwissenschaften, Band 73, 1986, S. 728
  • Grabar An old biologist remembers, Electrophoresis, Band 3, 1982, S.1

Diese Artikel könnten dir auch gefallen

Die letzten News aus den Naturwissenschaften

24.01.2022
Satelliten | Raumfahrt | Astrophysik
James Webb Weltraumteleskop am Ziel
Die Wissenschaft kann möglicherweise bald erforschen, wie das Universum seinen Anfang nahm, denn das neue Weltraumteleskop James Webb hat seine Endposition erreicht.
17.01.2022
Quantenphysik | Teilchenphysik
Ladungsradien als Prüfstein neuester Kernmodelle
Ein internationales Forschungsprojekt hat die modernen Möglichkeiten der Erzeugung radioaktiver Isotope genutzt, um erstmals die Ladungsradien entlang einer Reihe kurzlebiger Nickelisotope zu bestimmen.
13.01.2022
Sonnensysteme | Planeten | Elektrodynamik
Sauerstoff-Ionen in Jupiters innersten Strahlungsgürteln
In den inneren Strahlungsgürteln des Jupiters finden Forscher hochenergetische Sauerstoff- und Schwefel-Ionen – und eine bisher unbekannte Ionenquelle.
12.01.2022
Schwarze Löcher | Relativitätstheorie
Die Suche nach einem kosmischen Gravitationswellenhintergrund
Ein internationales Team von Astronomen gibt die Ergebnisse einer umfassenden Suche nach einem niederfrequenten Gravitationswellenhintergrund bekannt.
11.01.2022
Exoplaneten
Ein rugbyballförmiger Exoplanet
Mithilfe des Weltraumteleskops CHEOPS konnte ein internationales Team von Forschenden zum ersten Mal die Verformung eines Exoplaneten nachweisen.
07.01.2022
Optik | Quantenoptik | Wellenlehre
Aufbruch in neue Frequenzbereiche
Ein internationales Team von Physikern hat eine Messmethode zur Beobachtung licht-induzierter Vorgänge in Festkörpern erweitert.
06.01.2022
Elektrodynamik | Quantenphysik | Teilchenphysik
Kernfusion durch künstliche Blitze
Gepulste elektrische Felder, die zum Beispiel durch Blitzeinschläge verursacht werden, machen sich als Spannungsspitzen bemerkbar und stellen eine zerstörerische Gefahr für elektronische Bauteile dar.
05.01.2022
Elektrodynamik | Teilchenphysik
Materie/Antimaterie-Symmetrie und Antimaterie-Uhr auf einmal getestet
Die BASE-Kollaboration am CERN berichtet über den weltweit genauesten Vergleich zwischen Protonen und Antiprotonen: Die Verhältnisse von Ladung zu Masse von Antiprotonen und Protonen sind auf elf Stellen identisch.
04.01.2022
Milchstraße
Orions Feuerstelle: Ein neues Bild des Flammennebels
Auf diesem neuen Bild der Europäischen Südsternwarte (ESO) bietet der Orion ein spektakuläres Feuerwerk zur Einstimmung auf die Festtage und das neue Jahr.
03.01.2022
Sterne | Elektrodynamik | Plasmaphysik
Die Sonne ins Labor holen
Warum die Sonnenkorona Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius erreicht, ist eines der großen Rätsel der Sonnenphysik.