Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken

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Die Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG war ein bedeutendes Unternehmen der oberschlesischen Industrie. Die Firma ist hervorgegangen aus einer Koksanstalt von Fritz Friedlaender in Gleiwitz und entwickelte sich schnell durch Zukäufe und Neugründungen von Kohlebergwerken und Kokereien. In den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verschob sich die Tätigkeit in Richtung Pharma und Chemie bis schließlich 1937 der Name der zuvor gekauften Schering für den ganzen Konzern übernommen wurde und so die bekannte Schering AG entstanden ist.

Geschichte

Frühe Jahre

Die Firma ging hervor aus einer Koksanstalt, die Fritz von Friedlaender-Fuld am 14. Juni 1884 in Gleiwitz gegründet hatte. Sie wurde 1890 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die Oberschlesische Kokswerke und Chemische Fabriken AG firmierte an der Börse unter dem Namen Oberkoks und bestand zu jener Zeit aus den beiden Kokswerken Poręba und Skalley. Durch neue Betriebe und Zukäufe wuchsen die Kokswerke um die Jahrhundertwende schnell. So wurde 1891 auf der Julienhütte die erste oberschlesische Benzolfabrik aufgebaut. 1903 übernahmen die Kokswerke zwei Rybniker Hüttenwerke, die Donnersmarck- und die Reden-Hütte. 1920 wurden die Bergwerke Fuchs und David bei Waldenburg erworben. Im Oberschlesischen Industriegebiet spielte der Industriejurist Hans Berckemeyer eine zentrale Rolle.

Expansion in Richtung Pharma

1922 richteten die Kokswerke die Aufmerksamkeit auf die Pharmazeutische Produktion und übernahmen die Aktienmehrheit der Chemischen Fabrik auf Actien (vormals E. Schering) und die Chemischen Fabrik C. A. F. Kahlbaum GmbH. Diese Veränderungen wurden am 30. Juni 1925 auch im neuen Namen sichtbar: das „Oberschlesische“ fiel weg und der Firmenname lautete nun Kokswerke und Chemische Fabriken AG. Die beiden Töchter Chemische Fabrik C.A.F. Kahlbaum GmbH und die Chemische Fabrik auf Actien (vormals E. Schering) wurden 1927 zu der Schering-Kahlbaum AG zusammengelegt. Die Expansion schritt weiter voran durch Kauf der Aktienmehrheit der Rombacher Hütte (später Concordia Bergbau-AG).

Umorganisation zu Schering AG

1937 erwarben die Kokswerke und Chemische Fabriken AG das gesamte Aktienvermögen ihrer Tochtergesellschaft Schering-Kahlbaum AG. Das neue Unternehmen wird wegen des international geachteten Namens Schering unter dem Namen Schering Aktiengesellschaft geführt. Der Konzern bestand aus einer Abteilung Chemie und einer Abteilung Bergbau. Nach der Übernahme war Hans Berckemeyer bis 1945 Vorsitzender des Aufsichtsrats.

Quellen

  • Alfons Perlick: Oberschlesische Berg- und Hüttenleute. Holzner-Verlag, 1953.
  • Von der Grünen Apotheke zum Weltunternehmen. Historischer Jahresstrang Schering (Chronik zum 125jährigen Bestehen). Scheringianum, Berlin 1996.

Weblinks


52.53916666666713.367222222222Koordinaten:

52° 32′ 21″ N, 13° 22′ 2″ O

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