Klassifizierung
IZ Typ Beispiel
< 100 nicht trocknend Olivenöl
100-140 schwach trocknend Sonnenblumenöl
>140 trocknend Leinöl

Die Iodzahl (IZ) ist eine chemische Kennzahl zur Charakterisierung von Fetten und Ölen. Sie ist ein Maß für den Gehalt eines Fettes an ungesättigten Verbindungen. Es ist die Menge in Gramm Iod, die formal an 100 g Fett addiert werden kann. Je mehr olefinische Doppelbindungen es in einem Fett gibt, desto mehr Iod kann formal addiert werden und desto höher ist somit die Iodzahl. Daneben werden auch weitere olefinische Begleitstoffe wie Sterine mit erfasst. Die Methode kann zur Identifizierung und Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Man klassifiziert Lipide anhand ihres Sättigungsgrades, da dieser ausschlaggebend für das Altern ("Trocknen") bei der Lagerung ist.[1]

Methoden

Hübl

Eingeführt wurde die Iodzahl durch Hübl, der Fette in Gegenwart von Quecksilberchlorid mit Iod titrierte, wobei aber das eigentliche Reagens (wohl Iodchlorid) in situ aus Quecksilberchlorid und Iod entsteht. Reines Iod lagert sich nämlich nicht an Alkene an, weshalb die heute noch gültige Definition der Iodzahl lediglich eine formale ist.

Wijs

Zugabe von Iodchlorid und Rücktitration mit Natriumthiosulfat nach DIN 53241-1:1995-05.

Kaufmann

(Bromierung der Doppelbindungen unter Lichtausschluss, Reduktion des überschüssigen Broms mit Iodid, Rücktitration des Iods mit Thiosulfat)

Bei der Bestimmung der Iodzahl nach H. P. Kaufmann wird das Fett mit einem Überschuss an Brom versetzt. Hierbei wird Brom an die Doppelbindungen in den ungesättigten Fetten addiert. Diese Reaktion muss im Dunklen durchgeführt werden, da so die Bildung von Bromradikalen durch Licht unterbunden wird. Dies würde zu unerwünschten Nebenreaktionen führen, und so zu einem Ergebnis verfälschenden Mehrverbrauch an Brom.

$ \mathrm{Br_2 + \ R_1{-}CH{=}CH{-}R_2 \longrightarrow R_1{-}CHBr{-}CHBr{-}R_2} $

Anschließend wird das nicht verbrauchte Brom mit Iodid zum Bromid reduziert.

$ \mathrm{Br_2 + 2 \ I^- \longrightarrow I_2 + 2 \ Br^-} $

Nun wird die Menge des entstandenen Iods durch Titration mit Natriumthiosulfat-Lösung bestimmt.

$ \mathrm{I_2 + 2 \ S_2O_3^{2-} \longrightarrow 2 \ I^- + \ S_4O_6^{2-}} $

Einzelnachweise

  1.  Reinhard Mattisek, Gabriele Steiner, Markus Fischer: Lebensmittelanalytik. 4. Auflage. Springer, Berlin 2010, ISBN 978-3-540-92205-6, doi:10.1007/978-3-540-92205-6.

Weblinks

Wikibooks Wikibooks: Praktikum Organische Chemie/ Iodzahl – Lern- und Lehrmaterialien

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