Haarmann & Reimer

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Das spätere Firmenlogo von Haarmann & Reimer, ein Kolibri saugt an der Blüte, geschaffen von dem Künstler Oskar Dolhart

Haarmann & Reimer (H&R) war ein Unternehmen der Duft- und Geschmackstoffindustrie mit Sitz in Holzminden und fusionierte mit dem Unternehmen Dragoco am 20. Februar 2003 zur Symrise GmbH & Co. KG.

Geschichte des Unternehmens

1874 bis 1945

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Wilhelm Haarmann und Ferdinand Tiemann studierten bei August Wilhelm von Hofmann in Berlin und entdeckten 1874 die Oxidation von Coniferin mit Chromtrioxid zu Glucovanillin. Coniferin ist ein Glucosid des Coniferylalkohols, das im Kambialsaft von Nadelhölzern (Coniferen) enthalten ist, das durch Behandlung mit Säure oder Enzymen in Glucose und Vanillin aufgespalten werden konnte. Zur großtechnischen Nutzung dieses Synthesewegs gründete Haarmann 1875 in Holzminden die Haarmann's Vanillinfabrik und war damit die erste Fabrik der Welt, die überhaupt einen synthetischen Geschmackstoff herstellte. Ferdinand Tiemann strebte eine akademische Karriere an und beteiligte sich deshalb nur als stiller Teilhaber an dem Unternehmen, dem er auch weiterhin als Berater zur Verfügung stand.

Zusammen mit einem weiteren Schüler Hofmanns, Karl Ludwig Reimer, gelang Haarmann die kostengünstigere Darstellung des Vanillins aus Eugenol, einem Bestandteil des Nelkenöls.

1876 trat der Chemiker Reimer in das Unternehmen ein, das seitdem Haarmann & Reimer hieß. Auf der International Exhibition in Philadelphia in den USA erhielt H&R die erste Auszeichnung für ihre synthetischen Riechstoffe.

1881 scheidet Dr. Karl Reimer krankheitsbedingt aus dem Unternehmen aus und stirbt im Januar 1883.

1890 baut Wilhelm Haarmann für verheiratete Mitarbeiter günstig zu mietende Fachwerk-Doppelhäuser mit "Stallgebäuden für Kleinvieh und einem Viertel Morgen Land". Später kommen eine Unterstützungskasse für in Not geratene Werkangehörige und ein Pensionsfonds dazu.

Ein 1891 von Tiemann entwickeltes Isoeugenol-Verfahren senkte die Herstellungskosten weiter und machte die Vanillinproduktion rentabel. 1893 wurde auch die Produktion des Veilchenaromas Ionon nach einem von Tiemann erfundenen Verfahren aufgenommen und als Patent angemeldet. Zur Produktion natürlicher Pflanzenextrakte wurden in Holzminden außerdem eine Lavendelplantage und Reseda- und Lupinenpflanzungen angelegt.

Von 1893 bis 1903 folgten weitere 30 Patentanmeldungen, darunter auch die Reimer-Tiemann-Synthese des Salicylaldehyds, einem Vorprodukt des Waldmeister-Aromas Cumarin.

1899 stirbt auch der Teilhaber Professor Ferdinand Tiemann.

1900 erhält das Unternehmen in Holzminden einen Telefonanschluss (Nummer 19).

1931 verstirbt der Firmengründer Dr. Wilhelm Haarmann an den Folgen einer Verletzung, die er sich bei einer Schiffsreise zugezogen hatte. Seine Söhne übernahmen die Geschäftsführung des Unternehmens.

1938 verfügt H&R über 100 Mitarbeiter und einen Umsatz von 2 Millionen Reichsmark. Durch den Zweiten Weltkrieg gehen alle Auslandsbeteiligungen verloren.

1945 bis 2003

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1946 beginnt der mühsame Neuanfang des Unternehmens. Der Stundenlohn für einen Arbeiter betrug 0,49 DM.

1949 beträgt die Zahl der H&R-Mitarbeiter in Holzminden zur Zeit der Währungsreform 86 Angestellte und 94 Arbeiter.

1953 betreibt der Geschäftsführer Dr. Rudolf Groger und sein Stellvertreter Georg Kerschbaum den Umbau von H&R und finden mit dem Bayer-Konzern einen starken Kapitalgeber um auch international zu einem bedeutenden Hersteller von Duft- und Aromastoffen zu werden. 1953 verfügt H&R über 260 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 5 Millionen DM, bei einer Exportquote von 17 Prozent.

1954 wird das Unternehmen durch die Bayer AG aufgekauft und als Tochtergesellschaft selbständig weitergeführt.

H&R gründet Tochterfirmen und tätigt Akquisitionen in Mexiko, in den USA, in Brasilien, in Großbritannien, in Südafrika, in Frankreich und in Spanien.

1955 wird Norbert Malaka zum Betriebsratsvorsitzenden von H&R gewählt und 1959 zum Betriebsmeister ernannt. 1962 ist Malaka auch im Aufsichtsrat des Unternehmens.

1968 arbeiten über 1.000 Mitarbeiter für H&R und erwirtschaften einen weltweiten Umsatz von 80 Millionen DM, bei einer Exportquote von 35 Prozent. 1968 wird Dr. Claus Skopalik neuer Geschäftsführer von H&R als Nachfolger von Dr. Rudolf Groger.

1973 gelingt dem Unternehmen erstmals die vollsynthetische Herstellung von Menthol.

1990 übernimmt H&R den Duftstoffhersteller Créations Aromatiques.

1992 Übernahme des Parfümerie-Geschäfts von PFW.

1993 erwirtschaftet H&R einen Gruppenumsatz von 1,3 Milliarden DM (651,4 Millionen Euro). Neuer Geschäftsführer wird Lambert Courth. Stellvertreter Dr. Reinhard Kaiser.

1995 Übernahme des Duft- und Geschmackstoffherstellers Florasynth.

1997 Das Unternehmen wird zu einer Strafe in Höhe von 50 Millionen US-Dollar wegen Wettbewerbsverstoßes verurteilt, hinzu kamen Klagen von geschädigten Firmen. H+R hatte von 1991 bis 1995 den Preis für Zitronensäure mit Konkurrenten abgestimmt.

1997 investierte H&R allein in Deutschland rund 43 Millionen DM (21,5 Millionen Euro) in neue Anlagen und Gebäude, u.a. die Reaktions-Destillationsanlage für Riech- und kosmetische Wirkstoffe (8 Millionen DM bzw. 4,1 Millionen Euro) in Holzminden und Monterrey (Mexiko).

1998 investiert H&R 52 Millionen DM (26,6 Millionen Euro) in neue Anlagen: Neubau der Produktionsanlagen in Bogotá (Kolumbien), sowie neue Gebäude und Anlagen in São Paulo (Brasilien). Für zusätzliche Instandhaltungen am Firmensitz in Holzminden wurden im selben Jahr rund 22 Millionen DM (11 Millionen Euro) ausgegeben. 1998 beträgt der Umsatz rund 1,5 Milliarden DM (ca. 767 Millionen Euro) weltweit.

1999 beschäftigt H&R weltweit über 4.000 Mitarbeiter und ist mit eigenen Gesellschaften auf allen Kontinenten vertreten. Von 1974 bis 1999 wurden zudem 770 Mitarbeiter ausgebildet.

1999 wird ein neues Werk im bayerischen Nördlingen für 70 Millionen DM (35,8 Millionen Euro) und in Holzminden eine Kristallisationsanlage für 12 Millionen DM (6,2 Millionen Euro) fertiggestellt.

1999 übernimmt H&R die chinesischen Anteile an der Joint-venture-Gesellschaft H&R Cosfra Ltd. in Shanghai. Pläne für einen Fabrikneubau in Podong (Stadtteil von Shanghai) mit einem Investitionsumfang von 15 Millionen US-Dollar wurde begonnen.

2001 plante die Bayer AG die H & R-Produktionsanlagen in Bushy Park, South Carolina (USA) für 60 Millionen US-Dollar auszubauen.

2002 Die Bayer AG verkauft Haarmann & Reimer zum 30. September 2002 an die schwedische EQT für 1,7 Milliarden Euro und gewährt der EQT im Zusammenhang mit dem Verkauf ein Darlehen über 250 Millionen Euro an EQT. EQT wiederum kauft zugleich auch eine Minderheitsbeteiligung an der ebenfalls in Holzminden ansässigen Dragoco AG.

2003 Fusion mit Dragoco zur Symrise GmbH & Co. KG.

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