Diffusionsglühen


Diffusionsglühen

Das Diffusionsglühen oder Homogenisierungsglühen ist eine Art der Wärmebehandlung (Glühen) von metallischen Werkstoffen. Es dient der Verminderung von Gefügeinhomogenitäten (Konzentrationsunterschieden) in Werkstücken. Mit dem Diffusionsglühen lassen sich jedoch nur Gefügeinhomogenitäten in den einzelnen Kristallen (Mikroseigerungen) und nicht die Inhomogenitäten in einem Werkstück (Blockseigerungen) vermindern.

Da Diffusionsprozesse in Feststoffen stark temperaturabhängig sind, werden Diffusionsglühungen bei sehr hohen Temperaturen (zumeist zwischen 1050 und 1300 °C, Aluminium: 450 - 600 °C) und häufig über lange Glühzeiten (bis zu 50 h) ausgeführt.

Ein Beispiel ist das Diffusionsglühen von Nickelbasis-Lötverbindungen bei Temperaturen um 1000 °C. Während des Glühprozesses kommt es zu einer Konzentrationsverschiebung der im Lötwerkstoff gelösten Halbmetalle in Richtung des Grundwerkstoffes. Hierdurch wird der Bildung von Hartphasen in der Lötnaht entgegengewirkt und die Festigkeit sowie Korrosionsbeständigkeit der Lötverbindung deutlich erhöht.

Die Homogenisierungsglühung wird beim Aluminium i.d.R. direkt vor dem Warmwalzen durchgeführt. Beim Stahl spricht man dagegen vom Austenitisieren, da sich Eisen bei diesen Temperaturen in eine austenitische Kristallstruktur umwandelt.

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