Krümel


Krümel

Das Wort Krümel ist ein Diminutiv des Begriffs Krume.

Eine Krume (Plural: Krumen) bezeichnet ein kleines, meist von einem größeren Ganzen abgebrochenes und unförmiges Stück. Dabei handelt es sich meistens um Kuchen- oder Brotkrumen. Krume bezeichnete im Mittelhochdeutschen den weichen Teil von etwas. Daher kommt auch die heute noch geläufige Bedeutung, mit welcher der innere Teil von Brot und Backwaren benannt wird.

Im Gegensatz zum Begriff Krümel bzw. Krumen, der hauptsächlich im nördlichen deutschen Sprachgebiet bekannt ist, findet sich das Wort Brösel (Plural: Brösel) vornehmlich im süddeutschen Raum und Österreich. Die beiden Begriffe sind synonym.

Brösel bezeichnen darüber hinaus auch das aus trockenen Brötchen mithilfe einer Reibe gewonnene Semmelmehl (Semmelbrösel), welches als Paniermehl verwendet wird.

Das Wort Brosame (Plural: Brosamen) entstammt dem althochdeutschen Begriff bros[a[ma, (mittelhochdeutsch bros[e[me) und bedeutete so viel wie „Zerriebenes“ oder „Zerbröckeltes“. Die Wörter „Brösel“ (mhd. brosemlin) oder „zerbröseln“ stammen davon ab.

Unter anderem findet sich das Wort in Märchen der Brüder Grimm, so z. B. in „Hänsel und Gretel“. Hier streuen die Kinder Brosamen, um aus dem Wald zurückzufinden. Martin Luther verwendete in seiner Bibel-Übersetzung ebenfalls das Wort „Brosame“. Heute findet sich der Begriff „Brosame“ beinahe ausschließlich in Baden-Württemberg.

In der Schweiz bezeichnet man (Brot-)Krümel als Brösmeli oder Krumel. Dort gab es auch eine christliche Zeitschrift mit dem Titel Brosamen von des Herrn Tisch.

Literatur

  • Krümel: Meyers enzyklopädisches Lexikon Band 31, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache G−N, Mannheim Wien, Zürich 1980, ISBN 3-411-01832-1, S. 1591
  • Brosame: Meyers enzyklopädisches Lexikon Band 31, Das große Wörterbuch der deutschen Sprache A−F, Mannheim Wien, Zürich 1980, ISBN 3-411-01831-3, S. 434