Arthur Brockhaus

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Hans-Arthur Brockhaus (* 9. April 1927) ist ein deutscher Chemiker im Bereich der Umweltmedizin.

Brockhaus ist promovierter Chemiker. In den 1960er Jahren entwickelte er am Institut für Lufthygiene und Silikoseforschung in Düsseldorf in Zusammenarbeit mit Hans-Werner Schlipköter ein Medikament zur Behandlung von Silikose, PVNO (Poly-2-vinylpyridin-N-Oxid).[1] Das Polymer schützt die Makrophagen vor den Quarzkörnern und verhindert so Nekrosen. Es wirkt nicht nur vorbeugend, sondern führt auch im Tierversuch zu Rückbildung bereits eingetretener Lungenfibrose. Dabei beschränkt sich die vorbeugende Wirkung gegen Lungenfibrose allerdings, wie sich später zeigte, auf reinen Quarzstaub.[2].

Er blieb bei Schlipköter am Institut für Umweltygiene der Universität Düsseldorf und untersuchte später unter anderem Bleibelastungen und Belastungen durch andere Schwermetalle in der Bevölkerung[3]. Er war in den 1980er Jahren an einer europäischen multinationalen Studie über die Auswirkungen der Bleibelastung auf Kinder hinsichtlich der Auswirkungen auf das Nervensystem und Gehirn beteiligt.[4]

1968 erhielt er mit Schlipköter den Robert-Koch-Preis.[5]

Literatur

  • Gesellschaft Deutscher Chemiker: Nachrichten aus Chemie, Technik und Laboratorium, Band 35, Seite 292, Verlag Chemie., 1987

Einzelnachweise

  1. Auch P 204. Brockhaus, Schlipköter Tierexperimente über die Wirkung von Quarzstaub in Gegenwart von basischen und sauren Ionentauschern, Beiträge zur Silikoseforschung 1960, Sonderband Grundfragen Silikoseforschung, S. 155, dieselben Die Hemmung der experimentellen Silikose durch subcutane Verabreichung von Polyvinyl-N-Oxid, Klinische Wochenschrift, Band 39, 1961, S. 1182-9, Brockhaus, Schlipköter, Dolgner Ein Beitrag zur Therapie der experimentellen Silikose, Deutsche Medizinische Wochenschrift, Band, 88, 1963, S. 1895, Brockhaus, Schlipköter, F. Pott Tiermedizinische Grundlagen zur medizinischen Silikoseprophylaxe mit Polyvinylpyridin-N-Oxid (P 204), Deutsche Medizinische Wochenschrift, Band 93, 1968, S. 2479-2482
  2. Bei Grubenstaub hat es keine vorbeugende Wirkung. Joos u.a. Silikosebericht, Band 16, 1987, S. 223, Siehe auch Gabriele Isensee Morphometrische Untersuchungen von Rattenlungen nach Einwirkung von Quarz mit und ohne PVNO Behandlung, Dissertation, Universität Düsseldorf 2000, pdf, S. 5
  3. Spiegel 28. August 1989, Hände waschen, zu hohen Bleibelastungen in Braubach bei Lahnstein aufgrund der dort ansässigen Blei- und Silberhütte der Deutschen Metallgesellschaft.
  4. Gerhard Winneke u.a. Results from the European multicenter study on lead neurotoxicity in children: Implications for risk assessment, Neurotoxicology and Tetratology, Band 12, 1990, S. 533, Abstract
  5. Westermanns Monatshefte 1968